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Deutsche Indoor-Rowing Meisterschaften, sechs Medaillen für den NRV

Was macht ein Ruderer, wenn es kalt, nass und stürmisch ist? Er geht trotzdem aufs Wasser oder er setzt sich auf den Ruderergometer. Im Winter sind sogar recht viele Trainingseinheiten auf diesem Gerät, da in der Dunkelheit nicht gerudert werden darf. Und da die Geräte Anzeigen haben, welche Leistung man bringt bzw. wie schnell man auf einer bestimmten Strecke ist, wurde daraus auch ein offizieller Wettkampf.

Am vergangenen Sonntag fanden in der Sporthalle des Theodor-Heuss Gymnasiums in Essen Kettwig die 24. Deutschen Indoor-Rowing Meisterschaften statt. Knapp 800 Ruderinnen und Ruderer aus 104 Vereinen hatten ihre Meldung abgegeben. Am Vormittag wurden die Vorläufe ausgetragen, damit für den Nachmittag die 10 Besten für die Finals ermittelt werden konnten. In den Finalrennen wurde dann unter Scheinwerferlicht, lauter Musik und mit der Unterstützung der mitgereisten Fans um Gold, Silber und Bronze gekämpft.

Für den Neusser Ruderverein hatte das Trainerteam Christian und Peter Stoffels 18 Meldungen abgegeben, von den jüngsten Starterinnen Jahrgang 2008 (12 Jahre) bis zum ältesten Starter Mindestalter 60 Jahre.

Insgesamt 6 Medaillen und weitere gute Finalplatzierungen freuten das Trainerteam und bekunden eine gute Saisonvorbereitung.

Die herausragende Leistung im Bereich der Kinder (12 – 14 Jahre) erzielte Leonard Schmitz mit einer Bronzemedaille bei den Leichtgewichts-Jungen 14 Jahre. In seinem ersten Rennen konnte sich Leonard in einem 20-Boote-Feld durchsetzen und sich behaupten. Von Beginn an fuhr er im Spitzentrio mit und hätte im Endspurt fast noch Bent Schnicke vom Wassersportverein Godesberg abfangen. Es fehlten nur 8 Zehntel zu Silber. Weitere Platzierungen fuhren ein: Maja Hanneken (Mädchen 12 Jahre, 8. Platz), Linus Kaster (Jungen 12 Jahre, 25. Platz), Phillipp Ohlmann und Jan Galkowski (Jungen 13 Jahre, 28. Und 32. Platz).

Im Bereich der B-Junior/Innen konnte Carolin Oldenkott ebenfalls eine Bronzemedaille für den NRV einfahren. Schon im Vorlauf deutete sie mit einem 2. Platz (5:58,9) ihre Stärke an. Im Finale konnte sie sich mit 5:53,7 noch einmal deutlich verbessern. Dennoch kam sie an die Ruderinnen aus Stralsund (Rebecca Falkenberg) und Hannover (Anna Schäfer) nicht ran. Amandeep Singh (28.) und Frida Losem (29.) erreichten in diesem Rennen leider nicht das Finale. Bei den Junioren B belegte Paul Brüggen in einem 48-Boote-Feld ebenfalls einen respektablen 28. Platz.

Im Junior/innen-A-Bereich konnte Georg Schwabedahl für die Medaille sorgen. Nach einem sehr intelligent gefahrenen Vorlauf (8-beste Zeit, 6:49.0) legte er noch nicht alle Karten auf den Tisch. Im Finale der Lgw.-Junioren fuhr er erneut intelligent, fuhr sehr konstant, arbeitete sich von Rang 6 auf den 4. Rang bei 1000m vor, 3. Bei 1500m und war auf den letzten 500 Metern deutlich der Schnellste! Silber! in 6:37,6. Simon Haible (RG Treis-Karden, 6:36,0) konnte seinen Vorsprung noch ins Ziel retten. Bei den schweren Juniorinnen war ein extrem starkes Feld gemeldet. Olivia Clotten qualifizierte sich recht ungefährdet für das Finalrennen. Aber dort fand sie nie so ganz ins Rennen und belegte einen für ihren eigenen Anspruch nicht ganz zufriedenstellenden 8. Platz. Dennoch unterbot sie in 7:17,7 die WM-Norm! Bei den A-Junioren belegte Robert Sommerfeld einen 38. Rang.

Bei den leichten Senior/innen sorgte Cecilia Sommerfeld für das Erfolgserlebnis. Auch Cece konnte sich auf der zweiten Streckenhälfte nach vorne schieben und belegte vor Romy Dreher (Würzburger RV Bayern) Platz 2. Julia Tertünte (Ruderverein Münster) war von Beginn an enteilt. Bei den leichten Männern hatten sich unsere U23-Bronzemedaillengewinner Johannes Neubauer und Benjamin Nelles auch recht souverän für das Finale qualifiziert. Dort warteten aber Hochkaräter wie Joachim Agne (Akademischer RC Würzburg, vielfacher WM-Teilnehmer und Titelverteidiger dieses Rennens) oder Jonathan Schreiber (RV Erlangen, U23-WM-Gold im Doppelzweier). Johannes und Benjamin konnten dem Tempo nicht ganz folgen und belegten am Schluss Platz 7 (Johannes) und 8 (Benjamin).

Vera Spanke, die vom Hochleistungssport zurückgetreten ist, startete zusammen mit Luisa Sommerfeld im Bundesligaachter der Renngemeinschaft Krefeld/Neuss über 350m. Bei diesem Rennen werden die 8 Ergometer der Ruderinnen eines Bootes zusammengeschaltet, so dass eine gemittelte Zeit aller 8 Ruderinnen dargestellt wird. Louisa und Vera sicherten sich mit ihren Krefelder Kameradinnen auch eine Silbermedaille.

Bei den Masters Ü60 konnte Bernhard Spanke dann sogar eine Goldmedaille erringen. Bis 500m, der Hälfte der Strecke, konnten der Vorjahressieger Michael Meyer (Frankfurter RC) und Jan Oksche (Donau RC Ingolstadt) noch grob folgen. Danach war Schluss mit lustig. Angetrieben von Christian Stoffels konnte „Benno“ langsam aber stetig die Schlagzahl und die Geschwindigkeit erhöhen und gewann recht deutlich in 3:10,1.

An dieser Stelle noch einmal einen besonderen Dank an Christian und Peter, die sich in allen Rennen abwechselnd hinter ihre Schützlinge gesetzt haben um sie zu unterstützen.

©2020 Neusser Ruderverein e.V.