Nicht bei allen Rudernden ist der Ergometer beliebt, vor allem wenn es darum geht, eine Bestzeit zu fahren – man geht halt an seine Grenzen. Wenn du dabei zu Beginn überziehst, kommt irgendwann das „Männlein mit dem Hammer“ – du übersäuerst.
Wie man sein Rennen einteilt hat Christian Stoffels seinen Aktiven in der Vorbereitung anscheinend sehr gut vermittelt, denn von seinen 5 Startern konnten drei in ihren Altersklassen Deutsche Meister werden. Natürlich mussten über den Winter hinweg auch die physischen Grundlagen gelegt werden.
Den ersten Titel holte sich Timo Schulz bei den Leichtgewichten im Junior-B-Bereich (15-16 Jahre). Seine Stärke hatte Timo schon im letzten Jahr im Boot zusammen mit Quirin Veiser auf den Deutschen Jahrgangsmeisterschaften gezeigt, jeweils Bronze im Leichten Junior-B-Doppelzweier und -Doppelvierer. Dem beeindruckend konstant durchgefahrenen Tempo konnte kein Konkurrent folgen, so dass Timo seinen Lauf mit über 12 Sekunden Vorsprung gewinnen konnte. Bei 38 Meldungen in seiner Altersklasse musste er aber noch den 2. Lauf abwarten, ob noch jemand schneller sein würde. Aber schon nach wenigen hundert Metern wurde klar, dass niemand ein so hohes Tempo durchfahren könnte. Timo gewinnt in 5:00,1 vor Olaf Lutz (Mainzer RV, 5:12,5) und Pascal Hamann Valesco (Heidelberger RC, 5:12,8). Trainer Christian Stoffels stellte erfreut fest, dass die Zeit von Timo eine der besten Zeiten auf den Meisterschaften der letzten Jahre gewesen sei.
Die zweite Meisterschaft sicherte sich Melina Reinke. Im letzten Jahr hatte Melina noch bei den leichten Juniorinnen glänzen können (Gold im leichten Doppelzweier und Bronze im leichten Einer auf den Deutschen Juniorenmeisterschaften). 2026 startet sie nun erstmalig bei den leichten Frauen. Melina ist nicht gerade dafür bekannt, ihre Rennen von vorne zu fahren. Sie hat eine sehr hohe Ausdauerleistungsfähigkeit und entscheidet ihre Rennen i.d.R. auf der 2. Streckenhälfte. Aber dieses mal schien es zunächst so, als solle das bei diesen Meisterschaften nicht mehr klappen. Frühzeitig hatten sich ein Trio abgesetzt: Lara Rosenstengel (Essen Werdener RV), Maximiliane Blaser (Neptun Konstanz) und, als dritte, Melina. Der Abstand zu den führenden beide Ruderinnen war zur Mitte bei 1000m noch besorgniserregend, auch an der 1500m-Marke schien der Abstand zu groß zu sein. Aber dann … auf dem letzten Streckenabschnitt erhöhte Melina ihre Geschwindigkeit, Lara und Maximiliane konnten ihr Tempo nicht mehr halten und auf den letzten 100m flog Melina an beiden vorbei, so dass sie in 7:37,9 noch mit über 4 Sekunden Vorsprung als Erste das Ziel erreichte.
Bei den „Masters G“ (65-69 Jahre à Man könnte schon sagen: „G wie Geriatrie“) konnte sich Bernhard (Benno) Spanke erneut in die Siegerlisten eintragen lassen. Wie im Vorjahr entwickelte sich auf den ersten 300 Metern ein Dreikampf zwischen Stanco Kovac (Hanauer RG), Jan Oksche (Donau RC Ingolstadt) und Benno. Aber danach war auf der großen Leinwand in der Halle gut zu verfolgen, wie sich das Neusser Boot zusehends absetze und schlussendlich in 3:15,9 vor Jan Oksche (3:22,4) und Stanko Kovac 3:24,3 gewann. „Besonders freut mich, dass ich dem Alterungsprozess ein Schnippchen schlagen konnte. Normalerweise wird man im Alter Jahr für Jahr immer etwas langsamer. In diesem Jahr hab ich es das erste mal geschafft ein wenig schneller als im Vorjahr zu sein!“
Die Bilder BSC..., DSC ..., fast_... sind von folgender Seite von rudern de:
https://www.rudern.de/news/katja-beerscht-und-lukas-ruecken-holen-titel-bei-der-30-ergo-dm
Die weiteren Bilder sind vom NRV









