Vera Spanke gewinnt Bronze bei den U23 Weltmeisterschaften in Polvdiv (Bulgarien)
Montag, 24. Juli 2017


Von: B. S.

Alles lief so gut – und dann … war die Medaille eigentlich schon weg. Aber der Vierer startete noch einmal durch und erkämpfte sich die ersehnte Medaille. Trotzdem musste Vera vor der Siegerehrung erst einmal zwei ihrer Kameradinnen trösten.

Was war geschehen?

Am Mittwoch hatten Leonie, Vera, Luise und Marion ihren Vorlauf mit der schnellsten Vorlaufzeit gewonnen. In ihrem Vorlauf waren die mitfavorisierten Vizeweltmeister des letzten Jahres, das Boot aus der Schweiz, sowie Groß Britannien, die USA und Ungarn. Bei 500m hatten sich das schweizer und das deutsche Boot leicht vom Feld abgesetzt. Das hohe Tempo konnten die Schweizerinnen jedoch nicht weiter aufrecht erhalten, so dass das deutsche Boot bei 1000m schon eine knappe Länge Vorsprung auf die Verfolger hatte. Aus dem Verfolgerfeld konnte auf den zweiten 1000m nur noch Groß Britannien gegenhalten, kam aber nicht mehr entscheidend heran. Mit seiner Zeit (6:34.95) war Veras Vierer sogar vier Sekunden schneller als der Weltmeister des letzten Jahres aus Italien (6:38.97), der ebenfalls seinen Vorlauf mit einer Länge vor den Niederlanden gewinnen konnte. Durch den Vorlaufsieg musste kein Hoffnungslauf gefahren werden und somit konnten bei der sehr belastenden Hitze (36 – 38 °C im Schatten) Kräfte geschont werden.

Schon bei den Relegationsrennen im Trainingslager hatte Veras Vierer überzeugt. In diesen Rennen werden die Zeiten jeweils in Relation zu der entsprechenden Weltbestzeit des Bootstyps gesetzt. Hier hatten sie den höchsten Prozentwert. Nun dieser Erfolg im Vorlauf – da konnte man schon einmal von einer Überraschung träumen, aber die Medaille sollte eigentlich machbar sein.

Für das Finale hatten sich der Vierer vorgenommen, auf den ersten 500m mitzufahren und dann zwischen 750 und 1000 Metern den ersten Spurt zu setzen. In allen Relegationsrennen und im Vorlauf kamen diese Spurts stets mannschaftlich sehr geschlossen und effektiv. Im zweiten Streckenabschnitt sollte dann noch vor dem Endspurt ein Spurt auf Ansage kommen. Soweit die Theorie.

Im Finale dominierte vom ersten Schlag an das Boot aus Italien. Stark fuhr auch der Vierer aus den Niederlanden los. Bei 500m war der deutsche Vierer aber dran, etwas mehr als eine Sekunde hinter den Holländerinnen. Der Spurt kam - schön zusammen, druckvoll!  Bei 800m waren sie klar an den Holländerinnen vorbei, aber dann … ein kleiner Steuerfehler von Leonie, das Boot gerät zu nah an die Bojen des Albanosystems, Luise schlägt mit ihrer Blattkante des Skulls an eine Boje, das Skull wird ihr in der Hand verdreht, sie kann nicht mehr richtig setzen – ein Krebs! Das Boot wird stark abgebremst und aus dem Rhythmus gebracht. Die Holländerinnen sind weg und die anderen Verfolger alle wieder nahe dran. An der 1000m-Marke kann zumindest der dritte Platz wieder gehalten werden. Auf den dritten 500m fahren Leonie, Vera, Luise und Marion immer näher an das niederländische Boot heran, vier Zehntel Rückstand an der 1500m-Marke. Auf den letzten 500m schenken sich beide Boote nichts. Der Abstand kann zwar noch minimal verkürzt werden, aber im Ziel fehlen drei zehntel Sekunden zur Silbermedaille.

Leonie und Luise sind im Ziel untröstlich. An der Pritsche bauen sich die Mädchen aber gegenseitig wieder auf, so dass sie sich alle zusammen über den Gewinn der Bronzemedaille freuen können.

Weitere Informationen auf den Seiten von www.worldrowing.com , oder bei      www.rudern.de

 Ergebnisse des BLW4x auf:

http://www.worldrowing.com/events/2017-world-rowing-under-23-championships/u23-lightweight-womens-quadruple-sculls/

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