Mit einem Kirchboot über das Wattenmeer
Dienstag, 08. August 2017


Von: Klaus Kremer - Langeoognews.de

Mit dem Kirchboot QUIRINUS haben Mitglieder des Neusser Rudervereins am Montag im Rahmen einer Wanderfahrt durch das ostfriesische Wattenmeer Langeoog angesteuert, um hier einige Tage lang von der Jugendherberge aus die Insel und ihre Umgebung rudernd zu erkunden.

Das Boot erinnert ein wenig an die legendären Langboote der Wikinger. "Auch Seehundsbänke wollen wir besuchen", kündigten die Ruderer an. Insgesamt sollen 70 bis 80 Seemeilen  Ruderstrecke zusammenkommen, wenn das Wetter mitspielt und alle geplanten Ziele angefahren werden können.

Das vereinseigene Kirchenboot war am Wochenende zuvor auf einem Trailer an die Küste gebracht und in Norddeich zu Wasser gelassen worden. Die erste Etappe führte dann nach Juist und wieder zurück nach Norddeich.

Am Montag ging es nach dem Frühstück in Norddeichlos, im Hafen von Baltrum wurde ein Zwischenstopp eingelegt. Mit dem Strom des ablaufenden Wassers ging es dann über das Baltrumer Watt, bevor dann vor Langeoog noch mal voller Einsatz gegen den Tidestrom gefragt war. Doch im Gleichtakt der erfahrenen Ruder wurde die Strecke spielend gemeistert und kurz nach 16 Uhr passierte die QUIRINIUS die Hafeneinfahrt. Es folgte ein gekonntes Anlegemanöver und dann hatte die Besatzung wieder festen Boden unter den Füßen.

"Kapitän" an Bord ist Ulrich "Uli" Müller, der die Tour gemeinsam mit Frau Tordis organisiert hat. Sie hatte Langeoog mit dem Gepäck der Gruppe mit der Fähre angelaufen und bereits Fahrräder für die Fahrt zur Jugendherberge gemietet.  Vor zwei Jahren hat der Skipper bereits eine ähnliche Tour mit anderer Mannschaft gemacht.

Kirchboote kommen ursprünglich aus Finnland und wird von 14 Personen und einem Steuermann gerudert. Seit etwa 1640 wird das spezielle, geklinkerte Holzruderboot gebaut, das heute im Freizeit- und Wettkampfsport genutzt wird. Die Kirche hatte den Bau und die Instandhaltung dieses Bootstyps gefördert, wodurch sich die Boote über ganz Finnland verbreiteten. Sie dienten als Verbindung zwischen einzelnen Kirchengemeinden, da die Verkehrsverbindungen zwischen den Dörfern damals nur schlecht ausgebaut waren. Vor allem zum sonntäglichen Kirchgang und Hochzeiten, Taufen, Konfirmationen und Begräbnisse wurden sie genutzt.

Trotz ihrer Länge von zwölf Metern sind diese Boote wendig und schnell und durch ihre Bauweise gelten sie als seetüchtig. Der geringe Tiefgang gestattet es, auch in flacheren Wattenregionen zu fahren.

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