Hochwasser-Rudern
Montag, 08. Januar 2018


Von: Michael Stoffels

Am Sonntag waren 25 Ruderer und Ruderinnen in fünf Vierern mit Steuermann auf Hochwasser-Expedition auf dem Rhein und den Rheinwiesen zwischen Uedesheim und Grimlinghausen unterwegs. Die Fahrt war von besonderen Sicherheitsmaßnahmen begleitet.

Der Neusser Ruderverein hat seit 25 Jahren eine Rettungswestenpflicht für das Winterhalbjahr und für Hochwasser in seiner Ruderordnung festgelegt, dass auch konsequent eingehalten wird. Ein abgestuftes System an Bootsführer-Erlaubnissen gewährleistet, dass bei solchen besonderen Fahrten wie beim noch auflaufenden Hochwasser nur Steuerleute mit vielen Jahren Erfahrung auch für die großen Boote die Mannschaften führen. Für die Fahrt am Sonntag wurden besonders robuste ältere Boote mit dicker Aussenhaut ausgewählt, die auch mal ein Auflaufen auf einen Stein vertragen. Alle Boote waren mit Abdeckungen vorne und hinten gesichert, Bootshaken zum Abstoßen von Hindernissen und lange Seile zum Abschleppen lagen in jedem Boot. Die meisten Bootsführer steuerten die Boote mit dem Blick nach vorne per Hand; nur in zwei Booten steuerten sie vom Bug aus, ausgestattet mit Rückspiegeln an den Brillen. So weit möglich, wurde als Gruppe gefahren, um sich notfalls gegenseitig helfen zu können.

Nach der mühsamen Auffahrt gegen die starke Strömung vor Grimlinghausen war nach zwei Kilometern das Überschwemmungsgebiet zwischen Uedesheim und Grimlinghausen erreicht. Treibgut kam den Booten bis dahin durchaus schon mal entgegen. Äste und Balken lassen sich aber problemlos überfahren. Wenn mal ein Baum vorbeikäme, müsste der Bootsführer ausweichen - wie beim Fahrradfahren. Es kam aber kein Baum ...

Bei strömungsfreiem Wasser fuhren die 25 Ruderer die beiden sonst trockenliegenden alten Flutmulden zwischen Reckberg und Rhein bis zur Fleher Brücke ab.

Anschließend ging es oberhalb der Fleher Brücke im Rheinvorland zwischen dem Uferbewuchs am linken Rheinufer und dem Sommerdeich bis nach Uedesheim weiter. In diesem Bereich herrscht zwar Strömung, aber bei weitem nicht so stark wie auf dem eigentlichen Rheinstrom. Ein Boot wagte sich noch einen Kilometer in den vom Rhein her zurückgestauten Brückerbach, bevor alle fünf Boote zum Bootshaus an der Erftmündung zurückkehrten.

Da die meisten erfahrenen Bootsführer ("Steuerleute") in der Woche arbeiten müssen, werden vom Neusser RV im Unterschied zu hochwasserfreien Tagen bis zum Ablauf dieses Hochwassers keine offiziellen Rudertermine angeboten.

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